Ich liebe Bücher. Ich übersetze Bücher.

Was machst du eigentlich beruflich?

Wenn ich auf diese Frage mit „Ich bin Übersetzerin“ antworte, lautet die nächste Frage unweigerlich: „Und was übersetzt du so?“ Dann komme ich manchmal ein bisschen ins Schwimmen. Ja, was übersetze ich denn eigentlich so? Häufig medizinische und biologische Fachtexte, aber ebenso häufig übersetze ich Bücher. „Oh, richtige Bücher? Ist ja toll. Was denn für welche?“

An dieser Stelle hole ich meist tief Luft und beginne aufzuzählen: „Also, Bücher für Kinder und Naturführer mache ich am liebsten, aber ich übersetze auch viele Kochbücher und manchmal Hobbybücher und Ratgeber.“ Gelegentlich verschleiert sich der Blick des Fragestellers da schon, als hätte er sich gewünscht, ich hätte einfach „Krimis“ gesagt, und dabei habe ich noch gar nicht erwähnt, dass ich beispielsweise nie etwas über Modelleisenbahnen (Hobby) oder Inneneinrichtung (Ratgeber) übersetzen würde, dafür aber liebend gern noch mehr Kinderliteratur …

Für alle, die es wirklich genau wissen wollen, habe ich deshalb hier meine bisher veröffentlichten Übersetzungen zusammengestellt. Die ganz Neugierigen finden außerdem in jeder Kategorie eine Leseprobe als kleinen Einblick in meinen Übersetzungsstil.

Viel Spaß beim Stöbern!

Buch des Monats

Aranzi Aronzo
Cute Stuff
Kleine Geschenke selbst gemacht

Übersetzung aus dem Japanischen, 80 Seiten

Verlag: Stiebner
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 978-3-8307-0908-4

Inhalt: „Das japanische Autoren-Duo 'Aranzi Aronzo'; lädt mit seinem frech illustrierten Band ein, kreativ zu werden, denn eigentlich braucht es nur wenige Utensilien, um den Alltag mit farbenfrohen Geldbörsen, Buchumschlägen oder Aufnähern individueller zu gestalten. Durch jedes Objekt führt der Band den Hobby-Bastler mit leicht verständlichen und zugleich unterhaltsamen Zeichnungen, listet alle verwendeten Materialien genau auf und hält Skizzen zur Umsetzung bereit. Auch das nötige Basiswissen, wie das richtige Einsetzen von Reißverschlüssen oder aber verschiedene Stickstiche, werden kurz und prägnant erläutert. So entstehen auf unkomplizierte Art und Weise charmante Accessoires wie Schlüsselanhänger, Haarbänder, Täschchen oder Flaschenhalter, die auch von Anfängern leicht zu realisieren sind. Ein spielerischer Band, der jedem Kreativen Vergnügen bereiten wird.“ (Verlagstext)

Übersetzungen von Büchern aus dem Japanischen kamen mir bis vor wenigen Jahren nie auf den Schreibtisch, das hier war das dritte Projekt, wenn ich mich recht erinnere. Dabei erfreuen sich japanische Handarbeitsanleitungen schon seit geraumer Zeit großer Beliebtheit, weil sie in der Regel so detailliert  bebildert sind, dass man sie auch ohne Japanischkenntnisse versteht. Auch dieses Buch zeichnete sich durch viele Bilder und kleinteilige Erklärungen aus, was im Satz sicher nicht ganz einfach umzusetzen war, denn die deutschen Texte werden teilweise doch deutlich länger als die japanischen. Besonders charmant fand ich, dass die Anleitungen durchgehend gezeichnet sind, einschließlich der Materialliste. Eine Herausforderung war es, die Aussagen der japanischen Comicfiguren, die durch die Anleitungen führen, so ins Deutsche zu bringen, dass sie nicht albern klangen – das ganze Buch basiert schließlich auf dem Konzept kawaii, was so viel heißt wie „niedlich“. In Japan liebt man alles, was kawaii ist, in Deutschland kommt das oft zu zuckersüß an – das galt auch für die Kommentare der Häschen und Bärchen.